Ich habe Gary Primich mehrmals erleben dürfen, unter anderem inTrossingen 2001 und in NYC im Jahre 2003. Daher auch die oben gezeigten Fotos.
Am Sonntag den 23. September 2007 verstarb Gary Primich. Er wurde 49 Jahre alt.
Einige hunderte CDs und Aufnahmen unterschiedlichster Musiker und Künstler liefen bisher über meine Musikanlage, doch kein Bluessänger und -harper erreichte in meinem Gefühl und in meinen Ohren die Klasse eines Gary Primich.
Seit Jahren ist er mein absoluter Favorit in der Gestaltung von interessanten Läufen und der Verbindung von gut gespielten Tönen.
Die Nachricht über seinen Tod war für mich ein Schock, ein Moment Atemstillstand und einer starken Traurigkeit. Für mich persönlich hat mein Vorbild ( in allem was Blues angeht ) Abschied genommen und wie einige große Meister an der Mundharmonika unüberhörbare Fußabdrücke hinterlassen. Das was bleibt sind seine CDs und die Erinnerungen an einen warmherzigen Menschen und Musiker von einem seltenen Schlag.
Doug Jay Die richtige Haltung des Mikrofons in den Händen, der Abstand zur Harp und die 100% Abdichtung sind entscheidend für die Umsetzung des perfekten Klangs. Vorausgesetzt, man selbst hat einen guten akustischen Ton. Doug Jay zeigte anhand praktischer Beispiele die Unterschiede zwischen einer schlechten und einer guten "Tone Chamber". Ein guter Sound setzt sich aus 10% Equipment zusammen, die alles entscheidenden 90% kommen vom Spieler selbst. Und da wären wir wieder beim magischen Wort: Übung ! Auch wenn einem die Hände anfänglich schon mal weh tun können. Neben der Technik (Harps, Mikrofon, Amp.....), die meist viel zu sehr überschätzt wird, kann man als Harpspieler nur gut sein, wenn man einen satten, souligen Ton spielen kann. "You don´t need to play all this fancy stuff and the fast runnings on a harmonica...you have to tell something." Ein einzelner Ton, der satt angespielt wird, kann mehr über den Blues erzählen als eingeübte und/oder unkoordinierte Läufe auf der Harp, die nicht nur die Band, sondern auch das Publikum überfordern. Bei Doug Jay kann man erfahren, was einen guten Spieler ausmacht. Das ist eine Art Philosophie des Spielens, die man verinnerlicht haben muss. Wenn das fehlt wird man nie ein guter Blues Harp Musiker.
Charlie McCoy Charlie McCoy gehört seit ewigen Zeiten zu den Meilensteinen der aktiven Mundharmonikaspieler. Jeder, der sich mit der Harp auseinandersetzt, kommt an Charlie McCoy nicht vorbei. Als Pionier hat der die Harp massentauglich gemacht. Im Workshop stand die spielerische Technik nicht im Vordergrund, sondern Charlie McCoy selbst. Denn er hat etliche alte Harpspieler noch erlebt. Wer kann schon behaupten, von jemanden gehört zu haben, der Little Walter (!) gesehen und gehört hat ? Es waren die Geschichten seines Lebens, seine Anfänge, als er mit 8 Jahren für 50 cent die erste Mundharmonika kaufte und die Katzen und Hunde in der Nachbarschaft zum Heulen bzw. zum Weglaufen brachte. Und dann sein Einstieg in die Musikszene von Nashville. Johnny Cash war nur einer unter vielen, die ihn als Studiomusiker geschätzt haben. Der "Orange Blossom Special" gilt wie z.B. "Juke" von Little Walter als eines der meist gespielten Stücke auf der Harp. Neben all den Anekdoten und warmherzigen Geshichten aus seinem Leben bleibt auch etwas Traurigkeit über, denn Charlie McCoy ist der letzte Country-Mundharmonikaspieler seiner Zeit. Auf meine Frage hin, ob es denn in Nashville und in der dortigen Musikszene einen Nachwuchs in Sachen Harmonika gäbe, gab es von Charlie McCoy nur ein Kopfschütteln. Es gäbe dort nur noch recht junge Agenten, die mit Rock`N`Roll aufgewachsen sind und die Newcomer in der Country-Musik meist MTV-tauglich vermarkten und verkaufen, da hätte die Mundharmonika keinen großen Stellenwert mehr. Für mich war dieser Workshop das Highlight in Klingenthal, denn die Musik ist ohne das Leben, die Erfahrungen und der eigenen Biographie nichts.
Gerd Gorke gab einen Workshop über die verschiedensten Mikrofone und deren Einsatzmöglichkeiten. Unterschiedlich sind die Klänge, die man aus ihnen entlocken kann. Aber man ist schon etwas eingeschränkt, wenn man wie ich kleine Hände besitzt. Neben der reinen Funktionalität der Mikrofone sehen die meisten sogar noch recht ansehnlich aus.
Jörg Piesendehl, Fritz Scheerer und Jonas Berger an der Harp.
Olaf Böhme, Old Bones und Martin Fetzer beim Blues Contest mit den Musikern der Marbletones.
Ingo Grefer (1. Platz ) und Martin Fetzer (2. Platz) beim wohlverdienten Glas Saft. Die beiden haben aber auch gerockt, mit viel Glük schaffe ich es Vidoclips von den beiden hier auf den Blog zu setzen. Also nur Geduld ! Ben Bouman hat wie immer den glasklaren Durchblick und ich für meinen Teil ergänze diese Fotoserie, um den Grad an Attraktiviät auf dem Foto um 50 % zu steigern.